Reiseimpfungen: Gut geschützt in den Urlaub starten
Ob Fernreise, Familienurlaub oder Abenteuer in den Tropen – wer ins Ausland reist, sollte rechtzeitig an den passenden Gesundheitsschutz denken. Denn viele Infektionskrankheiten kommen in Deutschland nur selten oder gar nicht vor, sind in anderen Regionen der Welt jedoch verbreitet. Das Medizinische Versorgungszentrum Neuenrade (MVZ) hat hierzu einige wichtige Informationen zusammengestellt, die bei der Reiseplanung helfen können.
„Reiseimpfungen schützen vor schweren Erkrankungen, die durch lokale Erreger in tropischen und subtropischen Ländern übertragen werden“, weiß Iris Schulte, Praxismanagerin und medizinische Fachangestellte im MVZ. Aktuell, so hat sie beobachtet, zählen Indonesien, etwa die Insel Bali, und verschiedene Regionen Afrikas zu den besonders beliebten Reisezielen ihrer Patienten – und dort ist ein guter Schutz wichtig: „Gerade bei Fernreisen unterschätzen viele, welche gesundheitlichen Risiken vor Ort bestehen können.“
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt – abhängig vom Reiseziel – unter anderem Impfungen gegen Hepatitis A und B, Tollwut sowie Typhus. Auch eine Malaria-Prophylaxe in Tablettenform kann sinnvoll sein, ebenso wie in bestimmten Fällen eine Impfung gegen Dengue-Fieber. „Nicht jede Reise braucht alles, aber jede Reise braucht eine individuelle Einschätzung“, sagt Iris Schulte.
Eine Impfung trainiert das Immunsystem gezielt, um Krankheitserreger frühzeitig abwehren zu können. Neben den reisespezifischen Impfungen ist ein aktueller Basisimpfschutz entscheidend – insbesondere gegen Diphtherie, Tetanus, Polio und Keuchhusten. Auch eine Impfung gegen Meningokokken kann je nach Reiseziel wichtig sein.
Im Praxisalltag zeigt sich zudem: Besonders die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Keuchhusten geraten dabei oft in den Hintergrund. Deshalb ist der Rat von Iris Schulte, den Impfpass beim nächsten Arzttermin oder Gesundheits-Check-up mitzubringen und überprüfen zu lassen.
Auch in Deutschland selbst kann ein Impfschutz wichtig sein, etwa gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), die durch Zecken übertragen wird. Die Grundimmunisierung erfolgt in mehreren Schritten, gefolgt von regelmäßigen Auffrischungen. Eine klare Abgrenzung von Risikogebieten ist dabei nicht immer möglich, da auch außerhalb klassischer Regionen Erkrankungen auftreten können.
Falls der Impfpass nicht mehr auffindbar ist, kann in vielen Fällen ein neuer ausgestellt werden. Frühere Impfungen lassen sich häufig über die ärztliche Dokumentation nachvollziehen und ergänzen.
Hausarztpraxen wie das MVZ Neuenrade bieten eine individuelle Impfberatung an und stimmen den Impfplan individuell auf Reiseziel, -dauer und die geplanten Aktivitäten ab. Idealerweise sollte dies bereits drei bis vier Monate vor Reiseantritt erfolgen – kurzfristige Beratungen sind aber ebenfalls möglich. „Unser Ziel ist es, Menschen möglichst gut informiert in ihre Reise zu schicken“, betont Iris Schulte. „Denn gute Vorbereitung ist der beste Schutz.“
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Kosten für Reiseimpfungen ganz oder teilweise.